Trotz Corona: Elektronische Akte für Mammadiagnostik nimmt Fahrt auf

Das modernisierte Programm für die Brustkrebsfrüherkennung, die Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik (QuaMaDi), nimmt Fahrt auf. Seit Mitte März ist das System in der Fläche in Schleswig-Holstein etabliert worden. Damit steht es in ganz Schleswig-Holstein den entsprechenden Fachärzten zur Verfügung.

14.04.2020

Inzwischen verwenden es 1.200 Nutzer in 240 Praxen. Knapp 2.600 Patientinnen sind mittlerweile auf der Befundplattform eingeschrieben und dokumentiert. Davon wurden 706 Patientinnen bereits vollständig diagnostiziert. „Wir bitten alle QuaMaDi-Patientinnen, mit ihren Gynäkologen Kontakt aufzunehmen, damit ihre Versorgung auch in dieser Krisenphase fortgesetzt wird“, so die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Dr. Monika Schliffke.

„Wir haben von vielen beteiligten Ärzten positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Carolin Volkwein, bei der KVSH verantwortlich für den Roll-out. Das System sei bedienerfreundlich aufgebaut und die Handhabung einfach und gut nachvollziehbar, urteilten die Anwender. Als positiv werde zudem geschildert, dass man einen raschen Überblick über den Status der Untersuchungen erhalte. „Bei den Radiologen gestaltet sich die Anbindung deutlich zeitintensiver als erwartet. Die technischen Voraussetzungen sind sehr individuell. Am Ende müssen alle Systeme fehlerfrei miteinander kommunizieren können. Dies Bedarf bei einigen Praxen gleich mehrerer Termine mit den verantwortlichen Technikern aus den Praxen und der KVSH.“  

QuaMaDi steht - nach wie vor - für eine hohe medizinische Qualität in Mammadiagnostik durch ein standardisiertes Mehr-Augen-Prinzip, welches das Risiko eines falschen Befundes deutlich reduziert. Das erfolgreiche Versorgungsprogramm wird nun durch eine digitale Fallakte unterstützt. Sie ersetzt die bisherige papiergebundene Dokumentation der Ergebnisse und den Transport der Bilder und Befunde zwischen den beteiligten Akteuren durch einen Kurierdienst quer durch Schleswig-Holstein. Der Vorteil für die Patientinnen: Mehr Transparenz, schnellere Diagnosen, kürzere Wartezeiten auf Untersuchungsergebnisse und damit ein früherer möglicher Beginn der Therapie.

Zudem sind über das neue System verschiedene ärztliche Disziplinen technisch miteinander vernetzt. „Alle Befunde werden zentral in einer elektronischen Fallakte gespeichert. Die an der Untersuchung und Diagnostik beteiligten Ärzte erhalten Zugriff auf diese Unterlagen und ergänzen eigene Befunde direkt in der Akte. So entsteht eine zentrale Akte mit allen für die Diagnostik eines Brustkrebses relevanten Informationen. „Eine zweite, unabhängige Meinung kann dadurch schnell und ohne Medienbrüche eingeholt werden“, sagt Projektleiterin Volkwein.

Eine erste Pilotphase für das neue QuaMaDi war mit ausgewählten Nutzern bereits im Januar gestartet worden. Nach einigen notwendigen Detailanpassungen der Software wurde das System flächendeckend in Schleswig-Holstein ausgerollt. Nun gehe es darum, die Versorgung unter Anwendung der neuen Fallakte gemeinsam mit den schleswig-holsteinischen Ärzten stetig weiterzuentwickeln, so Volkwein.  

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