GKV-Sparpläne gefährden ambulante Versorgung
- GKV-Sparpläne gefährden ambulante Versorgung
- Faktenblatt ambulante Versorgung
Liebe Mitglieder, liebe Praxisteams,
die ambulante medizinische Versorgung ist das Rückgrat unseres Gesundheitssystems – doch wie lange noch?
Die Ende März vorgestellten Sparvorschläge der GKV-Finanzkommission sowie die bereits beschlossene Absenkung der psychotherapeutischen Honorare senden ein fatales Signal. Sie treffen nicht nur die Praxen, sondern gefährden auch die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Diese Maßnahmen stehen exemplarisch für eine Politik, die an den falschen Stellen spart – und damit die Versorgung von morgen aufs Spiel setzt.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat gestern konkretisiert, welche Vorschläge der Kommission umgesetzt werden sollen. Das für den ambulanten Bereich skizzierte Sparpaket bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen: Geplant ist unter anderem, die extrabudgetäre Vergütung für schnelle Facharzttermine abzuschaffen. Zudem sollen die Steigerungen der extrabudgetären Gesamtvergütung begrenzt und das Anreizhonorar zur Befüllung und Aktualisierung der elektronischen Patientenakte gestrichen werden.
Die Vorschläge sollen nun zeitnah in die Ressortabstimmung gehen. Bereits am 29. April ist die Einbringung des Gesetzentwurfs ins Bundeskabinett vorgesehen.
Als KVSH setzen wir uns – gemeinsam mit der KBV auf Bundesebene – weiterhin mit Nachdruck dafür ein, die politischen Entscheidungsträger von der Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung zu überzeugen und eine Korrektur des Sparkurses zu erreichen.
Faktenblatt ambulante Versorgung
Wie leistungsfähig die ambulante Versorgung ist, belegen auch aktuelle Zahlen eindrucksvoll. Mit dem Faktenblatt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) „Leistungen und Kosten der ambulanten Versorgung“ möchten wir Ihnen ein kompaktes und anschauliches Argumentationspapier an die Hand geben, das Sie aktiv in Ihrer Praxis nutzen können.
Die zentrale Botschaft:
In den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten werden 97 Prozent aller Behandlungsfälle versorgt – bei nur 16 Prozent der
Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen.
Das ist ein klares Zeichen für die enorme Leistungsfähigkeit und Effizienz der ambulanten Versorgung – und zugleich ein starkes Argument in der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte um Kostensenkungen und Sparpakete: Die ambulante Versorgung ist nicht der Kostentreiber im Gesundheitswesen.
Ihr Nutzen im Praxisalltag
Das Faktenblatt ist bewusst übersichtlich gestaltet und eignet sich hervorragend:
- zur Information Ihrer Patientinnen und Patienten
- zur Unterstützung in Gesprächen
- zur Auslage im Wartezimmer
Jetzt herunterladen und weitergeben
Sie können das Faktenblatt direkt herunterladen, ausdrucken und bei Bedarf weitergeben.
Gemeinsam können wir so die Bedeutung der ambulanten Versorgung sichtbar machen und faktenbasiert kommunizieren.
Ihre Abteilung „Gesundheitspolitik und Kommunikation“