Abrechnung

Neueinsteigerseminar für Haus- und Fachärzte - Vergütung für neues Alzheimer-Medikament - Hochfrequenzablation des Endometriums - Neue GOP 01482 für DiGA „Kranus Mictera“ - Labor: Nachweis von Ringversuchszertifikaten - Anpassungen für Fachpsychotherapeuten - Analyse von PIK3CA-Mutationen

12.03.2026

Neueinsteigerseminar für Haus- und Fachärzte

Expertinnen und Experten aus den Fachabteilungen der KVSH informieren am 

18. April 2026

von 09.30 Uhr bis ca. 16.00 Uhr

im Plenarsaal der KVSH, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

Haus- und Fachärzte, die neu niedergelassen sind oder eine Niederlassung planen, zu folgenden Themen:

  • Genehmigungspflichtige Leistungen
  • Arznei- und Heilmittelinformationen
  • Honorarverteilungsmaßstab (Budget/Punktzahlvolumen)
  • Telematikinfrastruktur und Mitgliederportal
  • Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)
  • Honorarabrechnung

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Website unter https://www.kvsh.de/termine

Eine Anmeldung ist bis zum 30. März 2026 möglich. Die Teilnahme ist KOSTENLOS.

Vergütung für neues Alzheimer-Medikament

Der Bewertungsausschuss hat die Vergütung ärztlicher Leistungen für das Arzneimittel Lecanemab (Leqembi®) beschlossen. Lecanemab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von Erwachsenen mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung und leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit, bei denen eine Amyloid-Beta-Pathologie nachgewiesen wurde und die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind. Lecanemab wird 14-tägig als intravenöse Infusion über 60 Minuten angewendet, bei der Erstgabe ist eine 2,5-stündige Nachbetreuung erforderlich. Die Fachinformation sieht vor der Gabe die Feststellung der Amyloid-Beta-Pathologie durch Liquordiagnostik und die Testung auf ApoE ε4-Homozygotie vor. Zur Therapiekontrolle sind regelmäßige MRT-Untersuchungen des Gehirns erforderlich.

Neue GOP 11602 für Genotypisierung von ApoE

Für die Bestimmung des ApoE-Genotyps vor der Gabe von Lecanemab bei gesicherter früher Alzheimer-

Krankheit mit nachgewiesener Amyloid-Beta-Pathologie wird zum 1. April 2026 eine neue extrabudgetäre GOP 11602 in den EBM aufgenommen.

GOP

Bezeichnung der Leistung

Bewertung

11602

Bestimmung des ApoE-Genotyps vor der Gabe von Lecanemab bei gesicherter früher Alzheimer-Krankheit mit nachgewiesener Amyloid-Beta-Pathologie gemäß der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation)

422 Punkte

Labor 

Mit der Aufnahme von neuen GOP 32406 bis 32409 werden die Untersuchungen auf β-Amyloide und Tau-Proteine im Liquor aus der Ähnlichen Untersuchung nach der GOP 32405 in die neuen spezifischen GOP überführt. Für die Diagnostik der Amyloid-Pathologie im Zusammenhang mit der Indikationsstellung von Lecanemab sind nur die GOP 32407 bis 32409 berechnungsfähig und mit dem Suffix „A“ zu kennzeichnen.

GOP

Bezeichnung der Leistung

Bewertung

32406

β-Amyloid 1-40 im Liquor

18,86 €

32407

β-Amyloid 1-42 im Liquor

18,86 €

32408

Gesamt-Tau im Liquor

18,86 €

32409

Phospho-Tau im Liquor

18,86 €

Kennzeichnung für extrabudgetäre Vergütung

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Lecanemab sind folgende Leistungen berechnungsfähig und mit dem Suffix „A“ (außer GOP 11602) für die extrabudgetäre Vergütung zu kennzeichnen:

GOP 11602 Bestimmung des Apolipoprotein E-Genotyps vor der Gabe von Lecanemab

GOP 02342A Lumbalpunktion

GOP 01510A Beobachtung und Betreuung des Patienten (mindestens 2 Stunden)

GOP 02101A Infusion (mindestens 60 Minuten)

GOP 34410A MRT-Untersuchung des Neurocraniums

GOP 32407A Bestimmung von β-Amyloid 1-42 im Liquor

GOP 32408A Bestimmung von Gesamt-Tau im Liquor

GOP 32409A Bestimmung von Phospho-Tau im Liquor

Fachliche Qualifikation

Die Einleitung und Überwachung der Therapie mit Lecanemab darf nur von Fachärzten für Neurologie, Fachärzten für Nervenheilkunde, Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie erfolgen.

Den vollständigen Beschluss dazu finden Sie hier

Hochfrequenzablation des Endometriums

Die Hochfrequenzablation (HF-Ablation) des Endometriums mittels Netzelektrode bei Menorrhagie kann seit 1. April 2023 mit der GOP 31319 abgerechnet werden. Die Entwicklung des Marktes zeigt, dass die Kosten für das benötigte Gerät nicht mehr in ausreichendem Maße bei der Bewertung berücksichtigt werden. Deshalb wird die Vergütung rückwirkend zum 1. Januar 2026 von bisher 2.437 Punkten auf 2.705 Punkte erhöht. Die analoge GOP 36319, die für den belegärztlichen Eingriff gilt, wurde nicht angepasst, da das Krankenhaus die Gerätekosten über die Belegabteilungs-DRG abrechnet.

Neue GOP 01482 für DiGA „Kranus Mictera“

Die Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) „Kranus Mictera“ zur Behandlung von Harninkontinenz bei Frauen wurde im Oktober 2025 dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Zum 1. April 2026 wird die neue extrabudgetäre GOP 01482 in den EBM aufgenommen, um die Verlaufskontrolle und Auswertung dieser DiGA zu vergüten.

GOP

Bezeichnung der Leistung

Bewertung

01482

Zusatzpauschale für die Verlaufskontrolle und die Auswertung der digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) Kranus Mictera gemäß dem Verzeichnis für

digitale Gesundheitsanwendungen gemäß § 139e SGB V

64 Punkte

Labor: Nachweis von Ringversuchszertifikaten

Für die Abrechnung von Laborleistungen, die in der Praxis erbracht werden, ist seit 2011 der elektronische Nachweis von Ringversuchszertifikaten in der Quartalsabrechnung erforderlich. In jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) müssen bei der Abrechnung von Laborleistungen somit gleichzeitig die erforderlichen Ringversuchszertifikate direkt dokumentiert werden. Diese Funktion ist fester Bestandteil jedes PVS. Damit die KVSH einen sachgerechten Abgleich zwischen den abgerechneten Laborleistungen und den erforderlichen Zertifikaten durchführen kann, ist es erforderlich, dass diese vollständig in der Abrechnungsdatei hinterlegt werden. Bitte beachten Sie, dass ein fehlendes Zertifikat zur Streichung der Leistungen führt. Bei ausschließlicher oder teilweiser Verwendung von unit-use-Reagenzien im Rahmen der patientennahen Sofortdiagnostik sind die in diesem Zusammenhang erbrachten Analysen RV-befreit (es ist kein Zertifikat notwendig).

Anpassungen für Fachpsychotherapeuten

Aufgrund der Reform der Psychotherapeutenausbildung wurden das Psychotherapeutengesetz und die Aus- und Weiterbildung überarbeitet. Daraus resultiert die Aufnahme von Fachpsychotherapeuten für Neuropsychologische Psychotherapie mit Wirkung zum 1. April 2026 in die Präambel des Kapitels 23 EBM (Psychotherapie). Darüber hinaus sind weitere Leistungen aus den arztgruppenübergreifenden allgemeinen und speziellen Bereichen des EBM für die Fachpsychotherapeuten für Neuropsychologische Psychotherapie berechnungsfähig. Ergänzend sind die Fachpsychotherapeuten (für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche sowie für Neuropsychologische Psychotherapie) in weitere Bereiche des EBM integriert worden (Soziotherapie, Außerklinische Intensivpflege, Versorgung gemäß LongCOV-RL). Den vollständigen Beschluss finden Sie hier

Analyse von PIK3CA-Mutationen

Die Anwendung des Arzneimittels Inavolisib (Itovebi®) setzt die Bestimmung aktivierender Mutationen in 

den Exonen 1, 2, 4, 7, 9 und 20 des PIK3CA-Gens voraus. Bislang sieht die GOP 19467 die Bestimmung aktivierender Mutationen in den Exonen 7, 9 und 20 des PIK3CA-Gens vor. Für den zusätzlichen Untersuchungsaufwand wird zum 1. April 2026 die extrabudgetäre GOP 19468 als Zuschlag zur GOP 19467 neu in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen.

GOP

Bezeichnung der Leistung

Bewertung

19468

Zuschlag zu der GOP 19467 für die Mutationssuche auf aktivierende PIK3CA-Mutationen in den Exonen 1, 2 und 4, wenn die Bestimmung des Mutationsstatus in diesen Exonen in einer Fachinformation obligat ist

2.034 Punkte

© 2026 KVSH