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Nullrunde für Ärzte:


20.07.2010


Verweigerungshaltung der Kassen gefährdet Patientenversorgung

Bad Segeberg (20. Juli 2010) - Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein weist die Kritik der Krankenkassen an den geplanten Honorarsteigerungen für Ärzte als unsachlich zurück. Die AOK und der Landesverband der Ersatzkassen hatten gestern behauptet, die niedergelassenen Ärzte würden vom Sparpaket der Bundesregierung verschont bleiben. Stattdessen würde die Gesamtvergütung der Vertragsärzte in Schleswig-Holstein im kommenden Jahr um 35 Millionen Euro steigen.


"Der geplante Ausgleich der Vergütungsunterschiede zwischen den Bundesländern ist dringend notwendig und längst überfällig", sagte Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Die Versicherten hätten ein Anrecht darauf, gleich behandelt zu werden. Schließlich seien die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen in allen Bundesländern gleich. "Warum sollte ein Versicherter in Schleswig-Holstein weniger wert sein als in Bayern?", so Kreuz. Im ersten Quartal 2009 standen in Bayern für die ambulante Behandlung eines jeden Versicherten 97 Euro zur Verfügung, in Schleswig-Holstein waren es nur 80 Euro. Auch im bundesweiten Vergleich schneidet Schleswig-Holstein schlechter ab. Dort waren es im Schnitt knapp 88 Euro.

"Wenn wir unsere Patienten weiterhin mit der gewohnt hohen Qualität behandeln wollen, brauchen wir mehr Geld", forderte Kreuz. Schleswig-Holstein befindet sich seit Jahren am Ende der Vergütungstabelle. Das belegen gerade auch Zahlen des GKV-Spitzenverbands.
Danach ist das Honorar der niedergelassenen Ärzte im nördlichsten Bundesland in den ersten drei Quartalen 2009 um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Das ist gerade einmal die Hälfte des bundesweiten Anstiegs, der bei 6,1 Prozent liegt.


Nach Ansicht der KVSH gefährdet die Verweigerungshaltung der Krankenkassen die Patientenversorgung in Schleswig-Holstein. "Offensichtlich betrachten die Krankenkassen Schleswig-Holstein als Sparschwein des Gesundheitswesens", betonte Kreuz. Sparpotential sieht die KVSH dagegen bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen, die Jahr für Jahr Millionen verschlingen.

 


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